Vom Einzelbild zum Gesamtkunstwerk:
Wie meine Composings entstehen

Vielleicht fragen Sie sich, wie Bilder entstehen, die eine Geschichte erzählen, die so in der Realität nie stattgefunden hat. Das Zauberwort heißt Composing – eine Technik, bei der aus mehreren digitalen Bildern oder Teilen davon ein völlig neues Werk erzeugt wird.

Mein Werk, „Bei Mozart lächelt er immer“,
war eine meiner ersten Arbeiten vor ca.
10 Jahren. Es zeigt, wie ich Wunschszenarien schaffe, die ich so niemals zeitgleich vor die Kamera bekommen würde.

Der kreative Prozess am Beispiel …
Der Weg zum fertigen Bild folgt heute wie damals einer klaren Struktur, auch wenn sich die Werkzeuge weiterentwickelt haben:

Die Vision & Motivsuche:
Alles beginnt beim Skizzieren und dem Sammeln passender Motive. Für dieses Bild habe ich drei unterschiedliche Welten vereint:

  • Den Nikolai-Graben in Görlitz als atmosphärische Kulisse.
  • Einen Elefanten aus dem Zoo Dresden als imposanten Hauptdarsteller.
  • Eine Violinistin aus dem Dresdner Zwinger, die für die emotionale Note sorgt.

Präzises Freistellen:
Damit die Figuren in die neue Umgebung passen, müssen sie isoliert werden. Während ich dieses mühsame Freistellen vor 10 Jahren noch komplett manuell erledigt habe, nutze ich heute KI-gestützte Werkzeuge, um selbst feinste Details schneller und präziser zu extrahieren.

Anpassung und Retusche:
Im Anschluss werden die Elemente perfekt in den Hintergrund eingearbeitet. Licht, Schatten und Proportionen müssen exakt stimmen, damit die Illusion einer realen Begegnung zwischen Mensch und Wildtier entsteht.

Tradition trifft Moderne
Was man früher mühsam als Mehrfachbelichtung oder Retusche in der Dunkelkammer umgesetzt hat, erreiche ich heute durch moderne digitale Bildbearbeitung. Meine langjährige Erfahrung hilft mir dabei, den Blick für das Wesentliche zu behalten: Eine Komposition zu schaffen, die trotz der Manipulation natürlich und stimmig wirkt.

Gut zu wissen

Composing:
Dieser Begriff hat sich in der digitalen Bildbearbeitung (z. B. mit Photoshop oder Affinity) speziell bei uns in Deutschland für Standbilder etabliert.

Compositing:
Dieser Begriff wird eher in der Filmindustrie verwendet, wenn es um das Zusammenfügen von bewegten Bildern geht.